Was tut ein diakonisches Unternehmen zur Friedensbildung?

05. Dezember 2025

„Frieden erwächst aus Freiheit, Selbstbestimmung und der Verantwortung für die Schöpfung“, so eröffnete Iris Ebensperger die diesjährige DfM-Herbstklausur. Die Führungskräfte von Dienste für Menschen stellten sich der Frage: „Was tut ein diakonisches Unternehmen zur Friedensbildung?“ 

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Konflikten, wie Stefan Seeger in seinem Auftaktimpuls unterstrich. Im biblischen Verständnis bedeutet das Wort „Shalom“ vielmehr einen umfassenden Zustand von Wohlergehen und Gerechtigkeit. Dieser Frieden kann durch gelebte Spiritualität im Alltag, im Zuhören, Teilen, Aushalten von Unterschiedlichkeit oder durch liebevolle Zuwendung gelebt und auch in guten Wünschen – zum Beispiel im Friedensgruß - zum Ausdruck gebracht werden.

In drei Gastbeiträgen wurde die Leitfrage vertieft:

Stefan Schwarzer, Friedenspfarrer der Evangelischen Landeskirche, stellte in den Mittelpunkt, dass christliches Denken dem Menschen verantwortliches Handeln zumutet. Wir sind aufgerufen, aktiv für soziale Gerechtigkeit, Sicherheit und Frieden einzustehen und den Austausch dafür zu suchen. Mit dem Verweis auf die biblische Erzählung von der Ehebrecherin zeigte er auf, wie uns das Friedensstiften durch Übernehmen von Verantwortung vorgelebt wurde. Schwarzer berichtete eindrücklich vom wachsenden Beratungsbedarf junger Menschen, die mit Blick auf die kommende Musterungspflicht um den Frieden fürchten. „Sind Sie auf die neuen Zivis vorbereitet?“ lautete seine abschließende Frage an die Teilnehmenden.

Andreas Langen, Fotograf und Journalist, stellte seine Fotodokumentation „Nebenan Auschwitz“ vor.  Eine Galerie von eindrücklichen Fotografien und die Lebensgeschichten von Zeitzeugen und deren Nachkommen nahm die Zuhörerenden mit in das Leben neben dem ehemaligen Vernichtungslager.  Er verdeutlichte eindringlich, wie wichtig und wertvoll gelebte Offenheit zur Friedensbildung beitragen kann.

Andreas Caspar vom Kreisdiakonieverband im Landkreis Esslingen berichtete über seine vielfältige Arbeit zur Demokratiebildung und wie diese zur Teilhabe aller am Frieden wirksam wird.

Die rund 70 Teilnehmenden diskutierten auch miteinander - über aktuelle Themen wie die Wehrpflicht, soziale Gerechtigkeit und Demokratiebildung.

Geschäftsführer Rainer Freyer fasste den Auftrag zur Friedensbildung bei Dienste für Menschen abschließend zusammen:

  • Wir fördern gewaltfreie Kommunikation, gewaltfreies Handeln und angstfreie Debattenräume.
  • Wir tolerieren Vielfalt und grenzen uns klar von populistischen, antidemokratischen und menschenverachtenden Positionen ab.
  • Wir setzen uns für Frieden und Friedensbildung ein – intern und in unserem Umfeld.

Unsere Botschaft bleibt: „Selig sind die Frieden stiften“ (Mt 5,9).

Sie haben Ideen zum Thema Friedensbildung? Schreiben Sie uns:

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