"Demenzkonzept Fünf Sinne" kommt an

23. Dezember 2019

Das Demenzkonzept Fünf Sinne begleitet den neuen Expertenstandard

Das Demenzkonzept Fünf Sinne ist der konzeptionelle Rahmen für die Begleitung, Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz bei Dienste für Menschen. Es ist spezieller Ausdruck dessen, was unser Leitbild sagt. In 2019 wurde das Konzept eingeführt, an acht Standorten nahmen mehr als 200 Mitarbeitende aus Pflege und Betreuung an den theoretischen Schulungen teil. Betreuungskräfte bei DfM nutzten zusätzlich praktische Fortbildungen zum Thema "Fünf Sinne".

In unserem Konzept steht nicht die medizinische Sicht der Erkrankung im Vordergrund, sondern wir betrachten die Folgen und Wirkungen der Erkrankung auf Betroffene. Ihr Fühlen, Wohlbefinden und Erleben sind die Indikatoren für unser Handeln.

Das bei Dienste für Menschen entwickelte Demenzkonzept Fünf Sinne bezieht den Person-zentrierten Ansatz nach Tom Kitwood ein. Mit den Werkzeugen des Person-zentrierten Ansatzes stellen wir sicher, dass wir den Alltag Betroffener möglichst nahe an der gewohnten Lebensart sowie den Vorlieben gestalten und dabei Stressfaktoren vermindern oder vermeiden.

Ziel der Beziehungsgestaltung ist, den Menschen Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen.

Wir versuchen insbesondere über den Weg der Stimulation der Fünf Sinne, also über Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken, das Erleben und damit das subjektive Wohlbefinden der Menschen mit Demenz positiv zu beeinflussen.

  • Der Person-zentrierte Ansatz stellt die Person mit Demenz in den Mittelpunkt aller Betrachtungen.
  • Das übergeordnete Ziel einer Person-zentrierten Pflege besteht darin, das Person-sein von Menschen mit Demenz zu erhalten, zu fördern oder wenn möglich, wiederherzustellen.
  • Unter Person-sein verstehen wir neben der Kognition sinnliche Wahrnehmungen aller Art, Gefühle, Handlungen, Bindungen an andere Personen und Zugehörigkeit.  

Das Konzept dient allen an der Begleitung, Pflege und Betreuung Beteiligten. Es ergänzt die Pflegestandards und Handlungsregeln.

Das Konzept wurde erarbeitet von der Fachgruppe Demenz mit Andreas Filipiak, Fotini Hubert, Mihaela Middeke, Conny Neumann, Stefan Seeger; unterstützt durch Iris Ebensperger, Bernhard Udri und Peter Stoll.

Hier im Interview: Pflegedienstleitung Denise Stiefel "Hintergrundwissen erleichtert den Umgang mit Demenz"