Pflegeheimbewohner daddeln für mehr Gesundheit

05. Dezember 2019

Zocken oder einfach den Spaß am Spiel für das Training nutzen - das Pflegestift Gundelsheim sammelt gute Erfahrungen

Jede Woche wird gespielt - das gehört zum Konzept dazu

Lassen sich über Computerspiele Körper und Geist trainieren? Ja, das geht. Und zwar auch im fortgeschrittenen Alter. Das Digital Health StartUp RetroBrain R&D hat dafür die memoreBox entwickelt, eine therapeutische Spielkonsole für Pflegeheimbewohner.

Seit August 2019 kommt die memoreBox im Pflegestift Gundelsheim zum Einsatz, seitdem wird dort dreimal wöchentlich „gespielt“. „Die fröhliche, lockere Stimmung und das Anfeuern überraschen mich immer wieder“, sagt Sylvia Beckmann, Leiterin des Pflegestifts Gundelsheim.

Die memoreBox beinhaltet sechs therapeutische Gesundheitstrainings in Form von Videospielen wie Tanzen, Singen, Kegeln oder Tischtennis. Diese Spiele integrieren Erkenntnisse aus Geriatrie, Neuropsychologie sowie Physio- und Musiktherapie, und sie fördern die geistige und körperliche Fitness gleichermaßen, berichet die Krankenkasse BARMER, die dieses Projekt in Gundelsheim unterstützt und begleitet.

So trainiert etwa das Spiel "Briefträger" den stabilen Gang und die Armbewegung, Motorradfahren fördert die Aufmerksamkeit und trainiert die Gewichtsverlagerung.

In Baden-Württemberg ist die memoreBox derzeit in sieben Pflegeeinrichtungen im Einsatz, bundesweit werden bis zum Jahresende 115 Heime mit der therapeutischen Spielkonsole ausgestattet. Das ist möglich durch das Engagement der BARMER. Die Krankenkasse fördert das Projekt im Rahmen des Präventionsgesetzes. „Wir haben im Vorfeld eine zweijährige Pilotstudie durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Stand- und Gangsicherheit der Pflegeheimbewohner, die regelmäßig mit der memoreBox gespielt hatten, gestärkt wurde. Auch deren Motorik-, Ausdauer und Koordinationsfähigkeit verbesserten sich. Darüber hinaus belebte das Spielen mit der memoreBox das Miteinander im Heim. "Diese guten Ergebnisse sind für die BARMER der Anlass gewesen, die memoreBox bundesweit in Senioren- und Pflegeheimen einzuführen“, sagt der Regionalgeschäftsführer der BARMER in Bad Rappenau, Jochen Müller.

Der deutschlandweite Einsatz der Konsole wird von der Berliner Charité, der Alice-Salomon-Stiftung und der Berliner Humboldt Universität wissenschaftlich begleitet und evaluiert.  

Die BARMER zeigt hier mehr: https://www.youtube.com/watch?v=AyFztZ7YULI 

Kontakt:
Einrichtungsleitung Sylvia Beckmann
SBeckmann@udfm.de