Transparenzberichte neu: Qualitätsbeurteilung ab 2019

11. Dezember 2018

Die Transparenzberichte, die Verbraucherinnen und Verbrauchern mittels Schulnoten Einblick in die Qualität von Pflegeeinrichtungen geben sollen, werden im September 2019 abgeschafft. Die Kritik am bisherigen Verfahren lautete: Eine ungenaue Aussagekraft der Pflegenoten, die Berechnung der Noten ist schwer nachvollziehbar, die Bedeutung der Dokumentationsprüfung ist zu groß.

Das neue Verfahren setzt auf eine wissenschaftlichere Herangehensweise und wurde in rund 200 Einrichtungen erprobt. Folgender Ablauf ist vorgesehen:

  • Einrichtung:

- standardisierte Datenerhebung von 15 Indikatoren bei allen Bewohnern 2x jährlich
- Übermittlung der Daten an eine zentrale Datenauswertungsstelle

  • Datenauswertungsstelle:

- Plausibilitätsprüfung und Berechnung
- „Feedback-Bericht“ an Einrichtungen und Pflegekassen

  • MDK:

- Kontrolle der regelhaften und wahrhaftigen Datenerhebung
- Qualitätsprüfung 1x jährlich

  • Pflegekasse:

- Prüfbericht und ggf. Maßnahmenbescheid
- Veröffentlichung der Prüfergebnisse

Die 15 Indikatoren, die von den Einrichtungen selbst erfasst werden, werden in die folgenden drei Bereiche geordnet:

Bereich 1: Erhalt und Förderung von Selbständigkeit
Bereich 2: Schutz vor gesundheitlichen Schädigungen und Belastungen
Bereich 3: Unterstützung bei spezifischen Bedarfslagen

Die Grundlagen für die Überprüfung durch den MDK ändern sich zeitgleich: Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird integriert und ein Entwurf "Prüfbogen zur Beurteilung der personenbezogenen Versorgung" ist in Arbeit.

Das neue Vorgehen wird wie bei der Einführung der SIS über das Qualitätsmanagement und das Fortbildungszentrum geschult und begleitet. 

Kontakt:
Qualitätsmanagement Stefan Seeger

SSeeger@udfm.de