Hintergrundwissen erleichtert den Umgang mit Demenz

31. März 2020

Karin Krebs verantwortet das Pflegestift Weinsberg seit der ersten Stunde, Pflegedienstleitung Denise Stiefel hat schon als gerontopsychiatrische Fachkraft den Demenzbereich mitgestaltet (v.l.)

Im Pflegestift Weinsberg erfährt die Arbeit mit Demenzkranken besondere Aufmerksamkeit. Im Gespräch: Denise Stiefel, Pflegedienstleitung im Pflegestift Weinsberg und gerontopsychiatrische Fachkraft

Frau Stiefel, nach den ersten Berufsjahren in der Altenpflege haben Sie bald eine Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft gemacht. Damit qualifizierten Sie sich besonders für die Arbeit mit Demenzkranken. Kann man den Umgang mit Demenz wirklich lernen?

Denise Stiefel: In dieser umfangreichen Weiterbildung habe ich wirklich viel dazugelernt. Dieses Wissen und die Methode der Validation haben mir den Umgang mit dem Krankheitsbild sehr erleichtert. Obwohl ich zu den Menschen zähle, die von sich aus gut mit Demenzkranken umgehen können. Dass mir der Umgang mit dem Krankheitsbild leichtfällt, wurde mir schon häufig bestätigt. Deshalb interessierte mich das Hintergrundwissen zum Thema Demenz auch besonders. Heute, als Pflegedienstleitung, berücksichtige ich das auch beim Personaleinsatz. Das heißt, wir setzen Kollegen und Kolleginnen im Demenzbereich ein, die sich das auch zutrauen.

In vielen Kommunen, in Fernsehfilmen, überall ist das Thema Demenz präsent. Was halten Sie davon?

Das ist sehr gut so. Den TV-Film „Honig im Kopf“ schaue ich immer mal wieder an, der war gut aufbereitet. Ich bin überzeugt davon, dass mehr Wissen um das Krankheitsbild die Angehörigen und das Umfeld von Demenzkranken entlasten.

Haben Sie ein Beispiel, wo man dazu lernen kann?

Gerne. Nehmen wir den Satz „Sie können da jetzt nicht raus“ als Antwort auf das Drängen eines Demenzkranken. Das ist keine gute Reaktion. Die Antwort „Zu wem wollen Sie denn?“ wäre besser, denn sie spiegelt wider, dass man das Gespräch ernst nimmt.

Warum gibt es in Weinsberg einen besonderen Wohnbereich für Menschen mit Demenz?

Wir betreuen hier Menschen, die so stark selbstgefährdet oder fremdgefährdend sind, dass ein besonders geschütztes und betreutes Wohnumfeld erforderlich ist. In der Nacht ist diesem Demenzbereich beispielsweise eine extra Fachkraft zugeordnet.

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