Füreinander und miteinander - Muttertag

10. Mai 2020

Mitarbeitende im Pflegestift Weinsberg wurden mit diesem Blumengruß bedacht - er kam von den Seniorenorganisationen vor Ort

"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird."

Vater und Mutter zu ehren ist das vierte der Zehn Gebote und steht im 2. Buch Mose im Kapitel 20. Es ist das Gebot der Sorge um den Zusammenhalt der Familien. Die liebevolle Fürsorge für die Eltern und darüber hinaus für die Älteren steht im Zentrum dieses Gebots. Generell steht das Gebot jedoch auch dafür, dass Menschen füreinander Sorge tragen.

In diesen Wochen der Corona-Krise ist diese Fürsorge um die älteren, hilfe- und pflegebedürftigen Menschen für Angehörige und Mitarbeitende in den Pflegestiften und ambulanten Diensten, ja für die ganze Gesellschaft einerseits noch bedeutungsvoller, andererseits noch schwieriger geworden.

Die Frage „Wie gehen wir miteinander um?“ richtet sich nicht nur an Kinder oder erwachsene Kinder sondern an uns alle. Wir sind aufgefordert ein liebendes Band zwischen den Menschen, die füreinander Sorge tragen, zu flechten. So hat Jesus es uns vorgelebt, indem er sich den Menschen zugewandt hat und indem er sich aufgemacht hat zu den Menschen, die in Not waren.

Ältere, hilfe- und pflegebedürftige Menschen zu ehren ist somit auch ein kleines Glaubensbekenntnis.

Gebote sind Wegweiser und Richtungszeiger. Sie zeigen uns, wo es langgehen muss, wenn unser Leben gelingen soll. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes, von ihm geliebt. Die uns von Gott gegebene unverletzliche Ehre und Würde zu achten und zu pflegen ist unsere Aufgabe. Das ist nach unserem diakonischen Verständnis gelebte Nächstenliebe und Zeichen der Verbundenheit.

Im Gebet mit Gott und miteinander sind wir verbunden.

Jesus Christus
Du hast dich den Menschen, die in Not waren, zugewandt. Lass Dein Licht in uns leuchten, dass es durch uns in die Welt strahlt.

Guter Gott
wir möchten auch heute danken.
Danke für die Mitarbeitenden, die in Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft, Technik und Verwaltung die vielen Wochen Sorge tragen und so Vieles leisten.
Danke für die vielen Zeichen der Verbundenheit, die wir von Angehörigen, Ärzten, und Menschen in den Gemeinden erfahren.

Guter Gott
wir bitten Dich um Dein Begleiten für die Angehörigen, die Kinder, die traurig sind, weil sie ihre Eltern nicht besuchen können. Sei du bei ihnen und schenke ihnen Trost. Schenke uns Deinen Heiligen Geist, dass er uns weiterhin die Kraft und Geduld gibt, für die Zeit und den Weg der noch vor uns liegt.

Guter Gott
 schenke uns Deine Liebe, Deinen Frieden und Deinen Segen.

Amen

Iris Ebensperger, Seelsorgebeauftragte bei Dienste für Menschen