EMAS Exkursion Sachsen

30. September 2019

EMAS Teams aus Sachsen

Kabelschrott

Umgebindehaus "Schunkelhaus" erbaut um 1730

am Drehort der "Weihnachtsgans Auguste" ... früher Textildorf ... Sachsensieger und 3. Platz beim Bundeswettbewerb der schönsten Dörfer ... Gold für „Schönstes Blumendorf Europas“ ... am 23. September 2019 verschlug es die EMAS Teams aus Sachsen nach Obercunnersdorf.

Bei der Firma Recycling Berger begann unsere Exkursion. Dort wurden wir vom Geschäftsführer, Herrn Berger, durch den Firmenstandort geführt. Es werden Schrott, Buntmetalle sowie Alu-, Kupfer- und Erdkabel angenommen, sortiert und aufbereitet. Das Unternehmen bietet auch Containerdienste für Bauschutt, Altpapier und vieles mehr an, dafür stehen 600 Container zur Verfügung.

Besonders beeindruckend war die Kabelrecyclinganlage. Durch ihren Einsatz können Kabel in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden, um Kupfer, Aluminium und Blei zu gewinnen. Die Kabelaufbereitung erfolgt ganzjährig und die Kabel werden händisch aussortiert. Danach erfolgt nochmals ein Auslesen auf dem Sortiertisch, die Kabel werden zerschreddert und granuliert. Im Anschluss erfolgt die Trennung in einem Wasserbad, wo das Kupfer anschließend in einem Trockner entfeuchtet und in Säcke für die Auslieferung verpackt wird. Blei und Aluminium werden im Schmelzofen zu Barren geschmolzen. Die Abwärme des Schmelzofens wird als Fußbodenheizung im Unternehmen genutzt.

Aber das war nicht alles, wir sahen Großtechnik, Lagerhallen und Plätze, wo jeglicher Schrott abgeladen und getrennt wurde. Insgesamt arbeiten 56 Mitarbeiter an den drei Standorten, Obercunnersdorf, Ebendörfel und Görlitz. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen sind nur wenig Arbeitsunfälle zu verzeichnen.

Im Anschluss wurden wir vom Ortsführer an der Dorfkirche erwartet. Das Gotteshaus wurde vom Kirchlein durch mehrere Erweiterungen zur heutigen Kirche. Um früher einen der begehrten Plätze in der Kirche zu erhalten, konnte man sich einen kaufen. Noch heute ist dies an den bemalten Gesangsbuchauflagen und -kästchen zu erkennen.

Der kundige Fremdenführer gab uns einen geschichtlichen Abriss von Obercunnersdorf, dem früheren Konradsdorf. Bekannt ist Obercunnersdorf durch seine zahlreichen Auszeichnungen und durch die enge Bauweise von Umgebindehäusern. Das Umgebindehaus ist einzigartig in seiner Bauweise, es vereint ganz Europa mit seinen drei Baustilen, den Block-, Fachwerk- und Natursteinbau. Umgebindehäuser findet man dort, wo Deutsche und Sorben zusammengefunden haben. Im Schunkelhaus konnten wir uns ein Bild machen, wie es in einem Umgebindehaus aussieht und wie man dort lebt.

Danke für den schönen Einblick in unserer Region, die Oberlausitz.