Der Stadtseniorenrat als Erbverteiler

24. Juni 2019

Der Stadtseniorenrat Esslingen e.V. (SSR) erhebt keine Mitgliedsbeiträge. Das selbst gewählte Engagement der Vorstandsmitglieder geschieht ehrenamtlich. Ausgaben werden durch Spenden und einer jährlichen Zuwendung der Stadt ermöglicht. Dass er darüber hinaus mit einem Erbe bedacht wurde, ist noch nie dagewesen. Deshalb war man überrascht, dass die einst in Esslingen wohnende und hier 96jährig verstorbene Ella Irmgard Johanna Raschke in ihrem Testament das SOS-Kinderdorf e.V. München und den Stadtseniorenrat Esslingen e.V. je zur Hälfte als Erben einsetzte. Die entsprechende Mitteilung weckte bei den Vorstandsmitgliedern und vor allem beim SSR-Schatzmeister Heinz Reutter zunächst Glücksgefühle. Beim Lesen des Testaments wurde jedoch rasch deutlich, dass Frau Raschke den SSR gar nicht meinte. Sie hatte ihn nur zum Verteilen des Erbanteils ausersehen und "mit der Auflage beschwert, diesen für Zwecke des Palliativ-Verbundes Esslingen und Umgebung zu verwenden." Auch wenn einige Mühe zu erwarten war, ist aus dem Vorgang abzulesen, dass der SSR, vielleicht durch seine Beratungen in den Freitagssprechstunden oder durch die Zusammenarbeit mit der Esslinger Initiative in der Öffentlichkeit großes Vertrauen genießt. Allerdings wäre der Vereinsrechner Reutter auch bei bestem Willen von dieser Aufgabe überfordert gewesen. In seiner bekannt sozialen Art kam Notar i.R. Otto Blumenstock ohne Gebühren zur Hilfe. Gemeinsam mit ihm wurden drei Organisationen ausgewählt, die neben Anderem zum Ziel haben, die palliative Versorgung für die Esslinger Bürgerinnen und Bürger zu koordinieren. Vertreter*innen des Arbeiter-Samariter-Bund - Kreisverband Esslingen, Dienste für Menschen gGmbH und der Sozialisation Esslingen e.V. wurden in dieser Woche ins Forum Esslingen eingeladen, wo ihnen der SSR-Vorsitzende Manfred Mätzke und zwei weitere SSR-Vorstandsmitglieder einen Betrag von je 1.976,14 € angekündigten und der Verstorbenen Irmgard Raschke gedachten. Auch für den Erfahrungsaustausch und ein Erinnerungsfoto bleib Raum.