Den Wasserverbrauch im Blick - EMAS Klausur Sachsen

19. Oktober 2018

Beeindruckend, wie klar das Wasser nach der Klärung in die Spree geleitet wird. Es enthält dann nur noch geringe Reste von Phosphat und Stickstoff

Zwei Brunnen mit einer Tiefe von ca. 25 Metern speisen das Wasserwerk mittels einer Unterwassermotorpumpe

Der tägliche Wasserverbrauch pro Kopf liegt in Sachsen bei 90 Liter pro Tag, den Industriebedarf mit eingeschlossen. Aufgrund des trockenen Sommers lag der Verbrauch in 2018 an manchen Tagen bei doppelt so viel, was die Wasserwirtschaft erfreute. Durch die Brunneneinspeisung gab trotz des trockenen Sommer keine Wasserknappheit.

Anfang Oktober nehmen die EMAS-Teams der DfM Sachsen gGmbH im Rahmen einer Klausur Einblick in die Trink- und Abwasserversorgung. Herr Kuba, Chef der SOWAG, führte durch die einzelnen Stationen und erklärte sehr anschaulich die Prozesse: Begonnen hatte alles an einem der 18 Wasserwerke der SOWAG, im Wasserwerk Neusalza-Spremberg. Dieses Wasserwerk ist zuständig für die Trinkwasserversorgung der Städte Neusalza-Spremberg, Oppach und Friedersdorf.

Die zwei Brunnen mit einer Tiefe von ca. 25 Metern, speisen das Wasserwerk mittels einer Unterwassermotorpumpe. Im Rahmen der Aufbereitung wird das Wasser entsäuert und desinfiziert, damit es Trinkwasserqualität erhält, das heißt auch einen pH-Wert von 7,7. Allein für dieses vollautomatische Wasserwerk werden jährlich bis zu 12 Tonnen Filtermaterial benötigt.

Zu Fuß ging in das 5 km entfernte Abwasserwerk. Als Orientierung dienten farbliche Wassertropfen, die die SOWAG auf den Wegen aufgebracht hat. Dort war zu erfahren, dass das Abwasser verschiedene Stationen durchläuft, bis es letztendlich in die Spree fließt.

Zuerst erfolgt eine mechanische Reinigung, wo grobe Teile aus dem Abwasser mittels Rechen entfernt werden. Jährlich werden 20 Tonnen Rechengut in die Verbrennung nach Boxberg gegeben.

Im nächsten Schritt wird das Abwasser durch den Sandfang gegeben. Im Anschluss gelangt das Abwasser in das Vorklärbecken, wo weitere feste Bestandteile abgepumpt werden. Danach erfolgt die biologische und chemische Reinigung in den Belebungsbecken, wo das Abwasser in sechs Kaskaden verschiedene Prozesse durchläuft.

Aus dem Nebenprodukt der Abwasserbehandlung, dem Schlamm wird Biogas gewonnen. Im Nachklärbecken setzen sich die Schlammflocken ab und das saubere Wasser gelangt in die Spree. Beeindruckend war, wie klar das Wasser nach der Klärung in die Spree geleitet wird. Es enthält dann nur noch geringe Reste von Phosphat und Stickstoff. Die Qualität wird regelmäßig durch die Landesdirektion geprüft.

Ein toller Tag mit vielen Informationen, die für den Wert des Wassers und seinen sparsamen Einsatz sensibilisiert haben.